Sonntag, 31. März 2013

Ein Auto für einen Engel : Ford Mustang II Ghia, Tomy, 1978, Japan

Der damals schnell wachsende Erfolg der Marke Tomy auf dem Heimatmarkt Japan ließ damals diverse Überlegungen für eine Erweiterung aufkommen. Durch den Verkauf der Modelle in den USA eröffnete man dort einen riesigen Markt. Um hier erfolgreich zu werden, mussten neben den japanischen Modellen natürlich auch amerikanische Modelle in das Programm aufgenommen werden. So enstanden eine ganze Reihe von herrlichen Modellen, die später von anderen Billigmodellmarken sogar aufgenommen oder sogar kopiert wurden. Unter anderem entstand aus der USA Serie der Marke Tomy dieser Ford Mustang II Ghia. Wer sich an die TV-Serie "3 Engel für Charlie" erinnern kann, erkennt das Modell auch in dieser Serie. Ansonsten verkörpert dieser Mustang das typische Downszizing großer Autos und Motoren, um dem Ölmangel der 70er zu entgehen und positiv entgegenzuwirken. Dadurch, dass der Ford eine große Historie besitzt und zudem noch optisch sehr gelungen ist, wurde er vor rund 35 Jahren nicht nur als Modell sehr erfolgreich...

Zum Modell : Ford Mustang II Ghia, Jahrgang 1978, Tomy, Japan, Zweitürige Limousine, Silber und Schwarz. Die Front ist typisch amerikanisch. Runde Frontscheinwerfer in eckiger Einfassung, abgesetzte Frontmaske vom Rest des Fahrzueges, Chromgrill mit eingefassten Blinkern im Grill, mehrteilige Frontstoßstange mit vertikalen Stoßfängern sind zu sehen. Auf dem Nummernschild steht der Name Ford. Die Seitenlinie ist recht schwungvoll. Ein Hüftschwung war in den 70ern sozusagne en Vogue. Die Türen lassen sich öffnen und geben einen Einblick auf ein rotes Interieur, passend zur silbernen Außenfarbe. Seitenblinker finden sich auf den vorderen Kotflügeln ebenso wie Türgriffe und Tankdeckel im Detail dargstellt. Die Standardfelge von Tomy steht dem Ford Mustang II sehr gut. Das schwarze Dach ist eine Andeutung auf ein Vinyldach, ebenso ein beliebtes Detail aus den 70er Jahren. Ein besonderes Gimmick ist das hintere Seitenfenster. Das Heck wirkt fast schon nüchtern. Geriffelte Heckleuchten sind ein schönes Detail, ebenso die geschwungene Heckstoßstange samt Stoßfängerleisten.

Fazit : Ein schönes US-Modell mit historischem Hintergrund einer großen Automarke. Liebhaber amerikanischer Modelle dürften den Ford lieben. Ein solches Modell in unberührtem Zustand zu finden dürfte eine lange Suche voraussetzen. Wer glaubt, so ein Modell günstig erwerben zu können, irrt leider, denn ein großer zweistelliger Betrag sollte die Voraussetzung sein.



Ein König des Gelände : Mitsubishi Pajero, Jahrgang 2006, Tomy, Japan

"And now to something completley different..." sagte einst Schauspieler John Cleese als Überbrückung eines Themenwechsels. Gehen wir nach den diversen englischen Fahrzeugen der 50er Jahre wieder 50 Jahre in die Zukunft und landen bei einem noch aktuellen Modell, hier einem Geländewagen, dem Mitsubishi Pajero aus dem Jahre 2006. Das Modell kommt einmal vonm der anderen Hälfte der Welthalbkugel, hier aus Japan. Die Faszination japanischer Modelle nimmt gerade im Modellautobereich weiter zu. Weg vom Mainstream Porsche oder Ferrari, hin zu brauchbaren und auch schönen Alltagsallzweckwagen wie dem exklusiven Geländewagen Pajero.

Zum Modell : Mitsubishi Pajero, Geländewagen, fünftürig, aktuelles Modell, Japan, Warmgraumetallic. Als Geländewagen liegt das Modell schön hoch und gibt einen anderen Einblick auf die Front. Der hochliegende Kühlergrill ist schön detailiert und passt wie aus einem Guss sich in die Frontpartie ein. Die schwungvollen Scheinwerfer sind in Chrom dargestellt. Das Mitsubishi Logo ist perfekt zu erkennen. Darunter befindet sich in schwarz abgesetzt ein weiterer Lufteinlass bestehend aus einem schwarzen Gitter. Nebelscheinwerfer sind formschön in der Frontschürze platziert. Die Reifen sind gesondert profiliert und passen sehr gut zum Geländewagen. Die Standardfelge von Tomy ist immer noch zeitlos und unterstreicht eher das Modell als Effekthascherei. Die Kotflügel sind recht formschön ausgebildet, ebenso eine seitliche Beplankung im unteren Türenbereich ist ausgebildet. Stoßleisten und Türgriffe sind schöne Details. Die Fronttüren sind zu öffnen und geben einen Einblick auf ein schön detailiertes schwarzes Interieur. Als asiatisches Modell ist der Mitsubishi übrigens ein Rechtslenker. Neben dem grünen Streifen auf der Außenhaut wurde der Scheibenrand schwarz abgesetzt, was äußerst edel ausschaut. Unten sieht man leicht die Andeutung von Trittbrettern für das Gelände. Das Heck ist ebenfalls wohl detailiert. Silbern abgesetzte Heckleuchten, ein silbernes Unterbodenblech, ein gut ausgebilderter Reserveradkasten mit dritter Bremsleuchte und Modellschriftzug. Selbst der Griff zum Öffnen der Heckklappe ist dargestellt.

Fazit : zugegeben, Tomy baut Modelle für die Vitrine, denn zum Spielen sind sie zu teuer und zu aufwendig gestaltet. Die Modelle, die hier nach Deutschland kommen, kosten in der einfachsten Version rund 8 Mal so viel ein Hot Wheels oder rund dreimal so viel wie ein Sikumodell. Spezielle Modelle gehen dann auch schon mal in den Bereich von 25 Euro pro Stück. Freunde japanischer Modelle greifen oft tief in die Tasche um solche Fahrzeuge zu erwerben, werden aber durch die Einzigartigkeit oftmals versöhnt...



Englische Mittelklasse : Ford Prefect, No. 30A, Matchbox, 1956

Aus den tiefsten Tiefen der Vitrine kommt dieser Mittelklasseford. Viel zu selten bekommt man ihn zu Gesicht, so dass ich ihn doch einmal vorstellen möchte. Er gehört wie seine Eintragsvorgänger zu den ersten Matchboxmodellen überhaupt. Das besondere an diesem Modell ist, dass er heute in Vergessenheit geraten ist, denn es handelt sich um keinen exklusiven Sportwagen, sondern "nur" um eine modische Mittelklasse. Während Ford Köln das Barocke in seinen Modelleb hervorhebt, ist es hier beim dem englischen Modell doch eher die kühle Schlichtheit der Moderne. Während Europa sich aus den Kriegstrümmern neu erhebt, kommt in Großbritannien dieser Mittelklasseford auf die Welt, gerade rechtzeitig in eine Zeit von modernen frühen Glasfassaden und Neonleuchten.

Zum Modell : Ford Prefect, viertürige Mittelklasse, Ford England, Farbe Beige/Hellbraun. Mit den frühen Metallrädern handelt es sich um ein Modell aus dem Jahre 1956. Die Front ist geglättet, fast modisch chic und neutral. Die Scheinwerfereinheit besteht aus einer runden Leuchte und einem kleinen Blinker unterhalb. Die Leuchten und der Kühlergrill sind silbern abgesetzt, ebenso die Stoßstange sowie der Haubenschmuck. Die Seitenlinie verrät eine leicht ansteigende Fahrzeuglinie in Richtung Motorhaube. Aber, durch die recht gerade Gürtellinie wirkt das Modell übersichtlich und sehr filigran. Das Wichtigste wurde detailiert. Türen, Türgriffe und einige wenige Linien sind konturiert. Für ein rund 56 Jahre altes Modell schon recht erstaunlich. Der Kofferraum ist schon recht groß, die Klappe geschwungen. Die Heckleuchten sind in Rot eingefärbt. Eine Anhängerkupplung hat der kleine Ford ebenfalls mit auf den Weg bekommen.

Fazit : Ein tolles, weitgehend unbekanntes Modell mit vielen Reizen. Fordfreunde wird es verzücken, ebenso Freunde mit anglophiler Tendenz zum Auto. Eine Sammlung um dieses Modell zu erweitern wird bestimmt einiges an Zeit und Geld kosten, denn viele haben in der 5jährigen Bauzeit nicht überlebt...



Der weiße Blitz : Jaguar XK 140, No. 32A, Matchbox, 1957

Obwohl ich bereits ein Exemplar dieses Jaguars vor rund einem Jahrzehnt erstanden hatte, konnte ich an diesem fast makellosem Exemplar neulich nicht vorbei gehen. Der Kaufgrund waren die Räder, denn hier handelt es sich um die ersten Räder von 1957, die gröberen Metallräder. Es ist schade, dass dieses Modell nicht seine Geschichte erzählen kann, denn es würde mich brennend interessieren, wie so ein Modell fast ohne einen Kratzer 56 Jahre überstehen kann. Zur Beruhigung aller Leser, der Jaguar steht nun an einem gesonderten Platz, so dass diese Geschichte ohne weitere Beschädigung fortgeschrieben werden kann.

Zum Modell : Jaguar XK 140, Cremeweiß, Baujahr 1957, Matchbox, zweitüriger Sportwagen. Die Front ist sehr markant. Silbern abgesetzte Lampen und Kühlergrill sowie eine silbern bemalte Stoßstange zieren die Front. Die Blinker sind auf den jeweiligen Kotflügel aufgesetzt. Die Frontscheibe ist geteilt. Wie beim Morris Minor zuvor, besitzt dieses Modell keine Plastikscheiben. Die Seitenlinie des Jaguars ist ein Schmankerl und wirkt wie aus einem Guss. Wie eine kleine Welle mit einem Hüftknick schaut sie aus. Die Räder sind stark profiliert und die frühe Achsversion ist noch nicht verkröpft. Während die Fronträder frei sind, sind die hinteren Räder durch eine typische Schmutzabdeckung verdeckt. Dieses Element wurde bereits in den 30er Jahren im Automobilbau verwendet. Dadurch wirkt dieser Jaguar noch eleganter. Die Heckpartie ist fließend rund. Das abfallende Heck wirkt dynamisch. Die Heckklappe ist profiliert und mit einem Griff versehen. Die Heckleuchten sind leicht in Rot abgesetzt.

Fazit : Ein außergewöhnlicher Jaguar und ein außergewöhnliches Modell zugleich. Wer einen solchen Jaguar kaufen will, braucht Zeit und Geduld. Wirklich günstig ist er zudem auch nicht... Zwar hatte Matchbox einen ähnlichen Jaguar vor ein paar Jahren herausgebracht, allerdings sind es diverse Details, die für diesen Jaguar eher sprechen.



Die blaue Mauritius : Morris Minor 1000, No. 46A, Matchbox 1958

So manches Modellauto besitze ich schon seit Kindheitstagen, habe damit gespielt, oder wollte es schon immer einmal haben und habe es leider nie bekommen. So ein Modell war dieser Morris Minor 1000 von Matchbox. Nach dem Erwerb eines Kataloges hatte man zum ersten Mal einen Einblick, womit Matchbox überhaupt in den 50er Jahren angefangen hatte, Kinderherzen zu gewinnen. Einige Modelle ließen sich einfach erwerben, andere fand man nie. Der Morris Minor 1000 war für mich so ein Modell. Ein schier unglaublich seltenes Modell von Matchbox, schwer bis unmöglich aufzutreiben, egal in welcher Farbe oder Zustand. In drei Farben gab es ihn und in der blauen Ausgabe hat er entweder in zu geringen Beständen überlebt oder ist in jenen Tagen zwischen 1958 und 1960 zu gering produziert worden. Durch puren Zufall ergab sich zur letzten Weihnachtszeit die Chance auf ein solch blaues Modell und schloß somit eine rund 25jährige Suche nach diesem Modell ab.

Zum Modell : Morris Minor 1000, Blau, Viertürer, Matchbox, aus der frühen Modellreihe ohne Scheiben, etwa 53 Jahre alt. Schaut man sich die ersten Modelle genau an, faszinieren ab sie der ersten Sekunde. Die Detailgenauigkeit war schon nicht schlecht, aber die Ausstattung ohne Scheiben recht karg. Die Front zeigt zwei große Kulleraugen eines Fahrzeuges, der noch direktoptische und wahrscheinlich technische Züge aus der Vorkriegszeit besitzt. Die formschöne Karosserie zeigt die wülstigen und barocken Formen des Automobilbaus. Die Karosserie ist aus einem Guss und besteht neben den Achsen und der Bodengruppe aus keinen weiteren Bauteilen. Der Kühlergrill ist in der Form eingelassen und silbern farbig hervorgehoben worden. Die Kotflügel vorne sind noch weit in die Frontüren hereingeschnitten worden und aufgrund ihrer Ausladung tragen sie noch zu Recht den Namen "Kotflügel". Hinten sind sie weniger dominant ins Blech geschnitten, wobei sie in den Kofferraumbereich über gehen. Türen sind anhand von Linien dargestellt worden, ebenso Türgriffe und einige wenige Falze der Karosse. Die grauen Plastikräder sind ungefedert an der Bodengruppe befestigt und drehen sich sogar auf glatten Untergründen noch recht gut. Das mag allerdings auch daran liegen, dass in mehr als 50 Jahren dieses Modell wenig bespielt wurde. Die Radabdeckung ist hier die Felgenverkröpfung, so dass die Räder auch an ihrer Position bleiben. Das Heck ist formschön und zeigt, dass der Kofferraumdeckel au8f die Karosserie fast nur aufgelegt wurde. Die Scharniere sitzen oben. Ein hübsches Detail sind die farbigen Heckleuchten in Rot und die kunstvoll modellierte Kennzeichenhalterung.

Fazit : Faszination Matchbox, so begann eine Geschichte. Als ein mittleres Modell der "Regulars", bestehend aus 75 Modellen fand in jenen Tagen Matchbox viele Käufer. Gerade der Morris dürfte die englische Kundschaft erfreut haben. So verwundert es auch keinen, dass die meisten Modelle der ersten 75 Modelle englischen oder danach europäischen Hintergrund hatten. Wobei auch ein paar Amerikaner sich dazwischen gemogelt haben. Wer die "blaue Mauritius" erwerben will, muss Zeit und voraussichtlich viel Geld investieren. Als Belohnung erhält man einen herrliches Stück Zeitgeschichte, hier sowohl aus der Autogeschichte als auch Modellautogeschichte.



Sonntag, 17. März 2013

Der Grundstein des Erfolges : BMW 320 / 6 , ab 1975, NonName Produkt

Nachdem die Nullzwo-Reihe bei BMW einen gigantischen Erfolg erlebte, musste nach dem Laufzeitende ein Nachfolger her. Ab den frühen 70ern wurden bei BMW die Klassen nach Zahlen  sortiert, so dass die ab 1972 gestartete 5er Baureihe dann 1975 den ersten 3er BMW zur Seite gestellt bekommen hatte. Die neue Designlinie durch Paul Bracq sollte sich für die kommenden zwei Jahrzehnte behaupten und auch maßgebend neben der Neuordnung der Baureihen mit am Erfolg für BMW beteiligt sein. Die E21 Baureihe gab es nur in zwei Versionen. Neben dem Zweitürer mit diversen Motorisierungen stellte der Stuttgarter Karosseriebetrieb Baur der Limousine ein Cabrio zur Seite. Das hier gezeigte Modell ist witziger Weise eine US-Version und war dann voraussichtlich auch für diesen Markt gedacht. Aber es wurde auch in Deutschland vor gut 30 Jahren verkauft.

Zum Modell : BMW 320/6, Zweitürer Limousine, Rotmetallic, gelbbraunes Interieur, US-Modell. Die Front besteht hier aus einem großen Chrombauteil, welches schön detailiert wurde. Schrägstehende Blinker, negativer Karosserieschnitt, Doppelscheinwerfer in Rund, horizontaler Grill und die aufrecht stehende BMW Niere. Für Deutsche ungewöhnlich ist die Aufdoppelung der Stoßstangen und die große Frontschürze als sportliches Accessoire unterhalb der Stoßstange. Der Schriftzug "Turbo" steht zwar drauf, wobei es den E21 als Turbo nur im Rennsport gegeben hatte. Die Seitenlinie zeigt das sportliche Design des 3er BMW. Für ein NoName Produkt ist die Verarbeitung recht ordentlich, denn Kanten, Sicken und seitlicher Flankierschutz ist zu sehen. Auch die Herumführung der hinteren Stoßstange und die zusätzlichen seitlichen Blinker im US-Look sind erkennbar. Die Felgen sind typisch für diesen Hersteller und man muss sagen, dass sie auf den BMW nicht sonderlich gut passen. Das Heck zeigt noch einmal ein wenig Krawalloptik. Ein überdimensionierter Heckspoiler tront auf dem Kofferraum. Das frühe 3er Modell zeigt hier auch keine geriffelte Leiste zwischen den Heckleuchten. Das US-Modell hat hier das Kennzeichen sitzen. Die aufgedoppelte Heckstoßstange sieht merkwürdig aus.

Fazit : Das skurile US-Modell vom ersten 3er BMW überzeugt als Exot und Hingucker im Regal. Nicht nur BMW Fans dürften hier begeistert sein. Gerade heute, wo auf Oldtimertreffen dieser BMW nach und nach vermehrt zu sehen ist, kommen die Erinnerungen an die 70er Jahre zurück in die Köpfe der Menschen. Ein schönes Modell, welches nicht so selten ist, wie man vielleicht glauben mag. Und wer suchet, der findet ja bekanntlich auch ...


Samstag, 16. März 2013

Mr. Downszize : Plymouth Volare, ca. 1975, NoName Produkt...

Die 70er Jahre waren ja bekannt dafür, dass es schon einmal einen Benzinmangel gab. Auch Amerika hatte diese Situation begriffen und mehrere Autohersteller in den USA erkannten die Gefahr und schickten ganze Modellreihen in die Abmagerungskur oder erfanden diese einfach neu. Der Plymouth Volare ist so einer. Zugegeben, beim Anblick dieses Modells sprachen die optischen Insignien erst für einen anderen Autohersteller, doch nach einer kleinen Suche habe ich ihn als einen Plymouth Volare enttarnt. Interessant, dass ein NoName Hersteller gerade so ein Fahrzeug auf den Markt bringt. War es nur Sympathie mit den Amerikanern? Oder mochte der Eigentümer Coupés? Oder liebte er gar Exoten und Außenseiter? Man weiß es nicht, wobei man froh sein kann, dass im Einheitsbrei vieler so ein hübsches und seltenes Modell überhaupt hergestellt wurde.

Zum Modell : Plymouth Volare, Coupé, Weiß, Colorglas, weißes Interieur. Rundscheinwerfer in einem eckigen Rahmen sowie danebenliegenden Quadratblinkern machen Lust auf mehr. Der Irrglaube, hier einen verschollenen Ableger vom Mercury Bobcat vor sich stehen zu haben blieb zum Glück nicht lange offen. Der große Chromgrill samt Stoßstange und mittig liegender Kennzeichenhalterung ist schön detailiert. Die Türen lassen sich öffnen. Die Felgen sind klassisch und haben einen umlaufenden Chromring als Extra. Die langgestreckte Coupéform ist mehr als sympathisch. Türgriffe und Seitenblinker vorne sowie hinten sind etwas spartanisch geraten. Das Heck ist ebenfalls recht kühl und weist nur die liegenden Heckleuchten auf. Auch hier ist der Nummernschildhalter wieder mittig angeordnet.

Fazit : Ein schönes Coupé und voraussichtlich ist es sogar ein sehr seltenes Modellauto. Dieser NoName Hersteller liebte amerikanische Autos, was aber anscheinend die Kundschaft nicht so wollte. Wo man so etwas bekommen kann? Kann ich nicht sagen, denn durch Zufall kam dieser Plymouth einst in meine Hände. Wie man sieht geschah es in der Zeit, in der ich nicht mehr mit Modellautos gespielt habe... In guten 30 Jahren habe ich auch nur dieses Exemplar gesehen, ob noch weitere Existieren, ist fraglich....


Totgesagte leben länger : Der Saab 900 von Majorette

Was aus den Resten der Firma Saab einmal wird, weiß keiner. Ob die Marke je wieder zum Leben gelangen wird, auh nicht. Was zählt ist die Historie und die Einmaligkeit der gebauten Modelle. Nicht alle Saab´s waren nur für einem kleinen Kreis von Käufern bestimmt. Der Saab 900 traf den Geschmack vieler und galt zudem als zuverlässiges Fahrzeug. Und er war ein Typ mit Ecken und Kanten und galt ebenso als eines der sichersten Fahrzeuge weltweit...

Zum Modell : Saab 900 Turbo, Silbermetallic, Fünftürer. Die charismatische Front zeigt das, was die Marke ausmacht. Eine große Knautschzone, massive Stoßstangen sowie klare Kanten und Linien, an denen sich der Fahrer orientieren konnte. Rechteckige Scheinwerfer, dynamische Grillgitter, Scheibenwaschanlage, Scheibenwischer und Rückspiegel wurden demModell mitgegeben. Die Türen vorne lassen sich öffnen. Neben gelben Colorglas gibt es ein weißes Interieur. Die ansteigende Gürtellinie des Saab macht ihn unglaublich dynamisch und auch auf seine Art und Weise zeitlos. Die Blinker sind tief in das Seitenblech geschnitten. Flankenschutz, Türgriffe, Ziergitter hinten und ein Turboschriftzug gab Majorette dem erfolgreichen Modell mit auf den Weg. Die Heckleuchten sind im Negativschnitt im Blech verewigt worden. Die Heckleuchten an sich sind detailgetreu nachgebildet, ebenso der schwungvolle Heckspoiler. Neben der massiven Heckstoßstange wurde das Modell auch noch mit einer Anhängerkupplung ausgestattet.

Fazit : Ein schräger Typ, ein sympathischer Typ. Der 900er ist heute bereits ein Klassiker und dieses Modell ist ebenfalls eines. Aufgrund der langen Bauzeit, dürfte es sich auch heute noch einfach gestalten, einen silbernen Saab 900 von Majorette zu ergattern und diesen in der Vitrine zu verewigen. Verdient hat er es...


Der letzte Kadett : Opel Kadett E aus den 80er Jahren, Guisval

Wann wird ein Auto dauerhaft erfolgreich? Und das auch gleich noch über Generationen? Am Besten ist das mit einem gleichbleibenden guten und griffigen Namen zu erreichen, den Opel ihm seit den 30er Jahren mit einem militärischen Grad gegeben hat und somit die gesamte Opelflotte ausgestattet hatte. Der Opel Kadett. In den 90ern kam die Kehrtwende mit dem Astra und wie man heute weiß, war neben der schlechten Langzeitqualität auch die Namensumstellung ein Teil von Opels heutigem Niedergang. Der Opel Kadett E als letzter gebauter Kadett war ein mit knapp 3,8 Millionen Exemplaren gebauter Erfolgstyp. Umso erstaunlicher, dass eigentlich nur zwei bekannte Modellautohersteller diesen Typ aufgegriffen haben. Neben Matchbox griff auch ein spanischer Hersteller auf das Modell zurück.

Zum Modell : Opel Kadett E, Fünftürer, Silbermetallic, rotes Interieur. Ein erstaunlich optisch korrekter E-Kadett mit schönen gesonderten Plastikscheinwerfern vorne, schwarzem Kunststoff als Stoßfänger und hier als Besonderheit einem metallischen Kennzeichen. Als Werbung trägt der Opel den Namen "elf", hier eine ehemalige französische Tankstellenkette und Ölproduzent Elf Aquitaine, die seit dem Jahre 2000 von Totalfina übernommen wurde und nun seit 2010 hier in Deutschland nur noch "Total" heißt. Wie das Modell selbst, ist der Name "Elf" Geschichte. Das Modell ist ein Fließheckmodell mit großen luftigen Fenstern. Das Guisval Modell kann sogar die Türen öffnen und gibt neben der Außenfarbe dann innen die klassische Innenausstattungsfarbe Rot wieder. Türgriffe, Rahmen, Rammschutzleisten, Sicken und Kanten sind herrlich wiedergegeben. Die Felge ist schlicht und passt zum Modell. Die Bemalung mit roten und orangenen Streifen war in den 80ern auf Modellautos "Standard". Der Zusatz "Turbo" irritiert bei so einem Serienmodell schon sehr. Soweit ich weiß, gab es nie einen offiziellen Turbo vom Kadett E. Das Heck ist ebenfalls recht aufwendig gestaltet. Rotorangene Plastiklampen, schwarze konturierte Stoßstange, Kennzeichenmulde mit Heckdeckelgriff und sogar an eine Heckscheibenheizung wurde hier gedacht. Enorm.

Fazit : Klassischer Kompaktwagen mit großem Namen besiegelt das Ende einer Ära von militärischen Modellnamen aus der Seefahrt. Er gehörte zu den Opeln, die das Straßenbild über deutlich mehr als ein Jahrzehnt dominierte, umso erstaunlicher, dass er heute fast vergessen ist. Das Modell ist nicht nur für Opelfreunde interessant. Wieviele wie hier fast neuwertig und unbespielt überlebt haben ist fraglich. Das Pendant von Matchbox zu bekommen, dürfte sich einfacher gestalten...


Montag, 11. März 2013

Mr. Nobody : Oldsmobile Omega Brougham Sedan, Jahrgang 1983, Majorette

Gleich vorneweg, die Marke Oldsmobile ist tot. Böse Zungen behaupten, die Kundschaft wäre der Automarke weggestorben. In Wahrheit litt Oldsmobile an großer Ideenlosigkeit im GM-Konzern und musste auf x-fach vorhandener und verkaufter Konzerntechnik der diversen GM Divisionen zurückgreifen und eine kostengünstige, aber möglichst eigenständige Designlinie fahren. Ehrlich gesagt, das konnte nie gut gehen. So verstarb die historische, und eigentlich sogar historisch wertvolle Automarke, die diverse Zeichen für kontroverse und spannende Modellreihen in den 60er und 70er Jahren gesetzt hat, im Jahre 2004 durch den am Überleben kämpfenden GM-Konzern, der sich aus den tiefroten Zahlen stemmen musste und die Marke einstellte. Majorette bediente sich hier an einem Modell beriets in den 80er Jahren, wo man sich durchaus die Frage stellt, warum man dieses Modell überhaupt aufgelegt hatte? Da Majorette aber teilweise für Randgruppenauflagen und extrem selten gefragte Automodelle stand, lag dieser Oldsmobile Omega Brougham Sedan aus den Jahren 80 bis 84 recht nahe. Erstaunlicher Weise verkaufte er sich über einen enormen Zeitraum sehr gut und wechselte nur kurz vor Schluss die Farbe, so dass neun von zehn Oldsmobilen bei Majorette schätzungsweise die Farbe Blau getragen haben.

Zum Modell : Oldsmobile Omega Brougham Sedan, Blaumetallic, Viertürer Limousine, 6-Zylinder, Motorhaube ist zu öffnen, weißes Interieur. Die Front ist sehr markant. Der Kühlergrill geht bis in die Motorhaube hinein. Leicht rechteckige, liegende Scheinwerfer schauen durch die Grillgitter, der Omega Schriftzug steht gleich daneben. Das Firmenlogo von Oldsmobile steckt mittig auf der Blechnase. Die Stoßstange ist als massives Bauteil mit der Bodengruppe verbunden. An weiteren Details hat Majorette nicht gespart : Scheibenwischer, Rückspiegel, Motorhaubenlüftungsgitter, Türgriffe und vorne mit Schloss, Tankdeckel und Seitenblinker vorne wie hinten. Die Felgen sind rechtungewöhnlich, aber das Auto ist es auch. Das Heck besteht aus einer Anhängerkupplung mit Abdeckung in Weiß. Die Heckleuchten sind geriffelt und hochstehend ausgebildet. Das Logo von Oldsmobile prangt mittig auf dem Heckdeckel.

Fazit : Kurioses Fahrzeug, Mittelklasse Amerikaner, Small Size Motor, standarditiertes Design, ein perfekter Außenseiter und unauffälliger Wegbegleiter. Zu den Majorettebestsellern gehört er auf jeden Fall, so dass man dieses Oldsmobilemodell eigentlich recht gut für kleines Geld überall bekommen sollte. Wer auf amerikanisches Blech steht, sollte ihn sich auf jeden Fall besorgen. Majoretteliebhaber besitzen meist aus großer Sympathie mindestens einen Oldsmobile...


Sonntag, 10. März 2013

Mad Max Nachfolger : Chevrolet El Camino, Jahrgang 1971 von Hot Wheels

Dieser Pick Up könnte in der Tat ein Nachfolger von "Mad Max´s" Fahrzeug sein. Schon in früheren Fernsehvisionen, u.a. in dem Kino- und TV Dreiteiler Mad Max machten sich Menschen darüber Gedanken, wenn die Welt von heute nicht mehr existiert, wie sich der Mensch aus welcher Gegebenheit auch immer sozusagen "morgen" noch fortbewegt. Dieser El Camino sieht schon furchterregend aus, hat ebenfalls schon anlehnende Züge eines Terminators. Oder ist es doch ein eher "harmloses" Showcar?

Zum Modell : Chevrolet El Camino Jahrgang 1971, Schwarz, Pritschenwagen. Die Front ist Chromsilber mit einem umrandeten "Scheinwerfer-Auge" in Rot.  Die Lufthutzen des Motors schreien förmlich nach Leistung, so als würde Benzin fast direkt im Motor verbrannt. Die Haubenverriegelung wurde in Silber gekennzeichnet. Die Scheiben sind leicht getönt, aerodynamische Verstärker finden sich auch auf dem Dach des El Camino. Die Felgen sind schwarz, allerdings hier mit einem Rotring in Chrom umrandet. Die Auspuffanlage wurde erkennbar auf die Seite verlegt. Bauteile, die zur Beschleunigung des Fahrzeuges dienen, wurden auf der Pritsche montiert. Seitlich erkennt man Turbinen und Schläuche. Beim näheren Hingucken sind auch die Dachutzen zur Luftansaugung mit dem Maschinenteil auf der Pritsche verbunden. Die Technik der Turbinen schaut abenteurlich aus, verhilft dem Pritschenwagen allerdings vermutlich fast schon zum Fliegen. Die Heckklappe der Pritsche wurde aufgrund der technik umgelegt, so dass die Abgasführung der Turbinen genügend Platz haben. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt!?

Fazit : Ein spannendes Fahrzeug von Hot Wheels, welches zur Zeit auch "im Normalzustand" erhältlich ist. Das Endzeitauto á la Mad Max ist bildgewaltig und zieht diverse Blicke aus allen Richtungen auf sich. Es ist fraglich, was die Kreateure bei Hot Wheels sich dabei gedacht haben, lässt aber jede Menge Spielraum bzgl. einer Interpretation. Diesen Luxus von verrückten und aussergewöhnlichen Fahrzeugen leistet sich nur Hot Wheels, und das sogar sehr erfolgreich. Denn meist werden solche Fahrzeuge dann noch in einer Miniauflage in den Handel gebracht und nach kurzer Zeit recht hoch gehandelt...






Als Volvos noch "eckig" waren : Volvo 760 GLE von Majorette

Bei Majorette lief dieser Volvo fast schon ewig und somit besser, als das Original aus Schweden. Darum verwundert es heute auch leider keinen, dass man diesen Volvo für ein minimales Entgelt erwerben kann, wobei der Zustand nicht immer der ist, wie man ihn auf diesen Bildern erkennen kann. Wer auf Sechszlindermodelle steht, kommt an diesem großem Volvo nicht vorbei. Ein Auto für Individualisten und Schöngeistern, die gerade die glatte Linienführung und somit die Schlichtheit fasziniert. Majorette baute dieses Modell zuerst noch in Frankreich mit einer der klassischen Felgen, wobei es auch Autos gab, die dann später aus dem fernen Osten mit der Lochblechflege kamen (so wie dieses Modell).

Zum Modell : Schwede, Volvo 760 GLE, Viertürer, Silbermetallic. Die Front ist recht aufwendig gestaltet, da die Scheinwerfer aus durchsichtige Plastik bestehen. Die Stoßstangen sind Schwarz, nehmen aber teilweise die geriffelten Details vom originalem Volvo auf. Stoßstange und Frontschürze gehen hier in der Bodengruppe mit auf und stellen kein gesondertes Teil dar. Der Volvokühler ist recht detailiert dargestellt und zumindest an Scheibenwischer hat man noch bei Majorette gedacht. Die seitlichen Blinker sind kaum zu erkennen, da nur eine minimal angedeutete Linie im Blech eingestanzt ist. Aussen Silber und innen Rotes Interieur ist eine klassische Farbgebung der 70er Jahre, passt aber auch noch gut zum später gebauten Volvo. Die vorderen Türen sind übrigens zu öffnen. Türgriffe und Tankdeckel sind nur eben angedeutet und verschwinden fast unter den zusätzlichen Streifenaufdrucken. Mit dem Gestaltungszusatz "760 GLE", wurde noch einmal seitlich großzügig auf das Topmodell von Volvo hingewiesen. Der Schriftzug ist aber auch noch auf dem aufwendig gestalteten Heck zu sehen. Die Liebe zum Detail ist ein Markenzeichen von Majorette. Markenname "Volvo" sowie Modellbezeichnung "760 GLE" sind auf dem Heckdeckel lesbar aufgebracht. Da der Ursprung Majorette´s in Frankreich ist, trägt der Volvo natürlich auch ein französisches Kennzeichen. Kofferraumschloss und Lampendarstellung sind ebenfalls gut gelungen. Eine Anhängerkupplung durfte hierbei nicht fehlen, die sogar noch mit dem Abdeckschutz, der gerne mal verloren geht, ausgestattet ist.

Fazit : auf den ersten Blick handelt es sich um einen nordisch kühlen und simplen Wagen ohne Aufregungsfaktor. Auf den zweiten Blick erschließen sich dem Betrachter schöne Details, an denen man sich in diesem Maßstab erfreuen kann. Für kleines Geld ist dieser Volvo zu haben, es haben eine Menge Fahrzeuge in diversen Farbgebungen überlebt und als Modell ist er auch nicht nur für Volvofans eine schöne Sammlungsergänzung.



Samstag, 9. März 2013

Das beste Auto der Welt : Mercedes Benz 450 SEL, W116, NoName Produkt

Ich glaube es war das Jahr 1972, wo man diese S-Klasse zum besten Auto der Welt kürte. Als Mercedes Benz fast noch alleine die Ikone des Luxusklassenwagenbaus für sich bestimmte, entstand die wohl schönste und sicherste S-Klasse aller Zeiten. Über den Verkaufserfolg braucht man auch nicht zu diskutieren, denn dieser war seinerziet enorm und verwies Neulinge, wie den damaligen ersten 7er BMW auf die Plätze. Selbst TV-Darsteller wie J.R. Ewing (Larry Hagman) schwörte auf Mercedes und fuhr über viele Jahre in der Serie "Dallas" einen solchen W116 durch die Seifenoper durch, ehe diese in einem spektakulären Unfall zerstört wurde. Dieses Modell kam übrigens nur durch puren Zufall in meine Hände. In Kindheitstagen wurde mein Exemplar zerstört, so dass über viele Jahre die Überreste auf einem selbsterstellten Schrottplatz dahin vegetierten. Durch Zufall lernte ich jemanden in 2012 kennen, der seine Sammlung von Modellautos verkaufen wollte. Ehe diverse Modelle bundesweit in andere Hände gingen, kamen einige der zu verkaufenden Modelle auf diese Weise vor anderen Käufern zu mir. Darunter befand sich auch diese sehr hübsche S-Klasse für etwa 4 Euro Kaufpreis. Ein Schnäppchen? Ich sage mal ja...

Zum Modell : NoName Produkt, Mercedes Benz 450 SEL, Braunmetallic mit blauem Colorglas, Viertürer. Für einen NoName Hersteller wurde dieses Modell sogar erstaunlich gut und schön hergestellt. Denn diese S-Klasse wirkt auch so schlank und dynamisch, wie sie dann auch damals wirklich war. Viele haben sich and dieser Form versucht, nur wenige haben es verstanden, sie nachzubauen und zu verstehen. Dem NoName Hersteller ist das aber sehr gut gelungen. Die Front weist reichen Chromschmuck auf. Selbst die Doppelstoßstangen wurden schön nachgebaut. Kühlergrill, Stoßstange und zusätzliche Luftschlitze unten wurden schön nachgestellt. Die Farbkombination mag heute etwas "schräg" ausschauen, 1972 war sie mit Sicherheit "IN". Das blaue Colorglas ist ein schönes Extra, welches die restlichen Hersteller seinerzeit nicht im Programm hatten. Nur NoName Produkte konnten sich dadurch in den Vordergrund spielen, sowie auch bei der Auswahl der etwas wuchtig geratenden Felgen. Das weiße Interieur sieht auch nach guten 35 bis 40 jahren Modellautoalter immer noch gut aus. Die Konturen sind immer noch schön, ebenso die Rammschutzleisten und die restlichen Flächen. An den Tankdeckel und die Türgriffe hat man auch als Detail gedacht. In der Tat durchlebte dieser Mercedes bis einschließlich heute sehr positive und sichere Zeiten. Das Heck des Benz ist die Schokoladenseite des Modells : Chromdoppelstoßstangen in der perfekten Proportion, silberner Nummernschildhalter, rote gesonderte Plastikleuchten im Heck, die selbst noch die Riffeloptik von den Mercedeslampen aufweisen. Die Kofferaumdeckelchromleiste hätte noch zur Perfektion in Silber dargestellt werden müssen (wenn man überhaupt etwas an diesem Modell auszusetzen hätte...). Ebenfalls gibt es noch die doppelflutige Auspuffanlage als schönes Modelldetail, die dann noch einmal die Leistungsentfaltung für den dahinterfahrenden Wagen anzeigt.

Fazit : Sehr schönes Produkt, reiht sich positiv recht weit vorne in die unmengen von S-Klassen des Typs W116 ein. Farbe, Scheibenglas und Felgen spiegeln eine längst vergangene Zeit wieder. Wer jemals ein solches Modell sichtet, sollte es kaufen und oft anschauen, denn die dadurch erlangte Freunde ist unbezahlbar...



Der ewige Zweite : Opel Astra H, Welly

In Deutschland ist er immer immer der ewige Zweite gewesen, so dass der VW Golf immer die Nummer blieb und künftig anscheinend auch bleibt. Einst als Kadett geboren, sollte ihm der Opel in der Kompaktklasse mit dem Namen Astra noch weitere Flügel verleihen, doch der Namenswechsel stieß der Kundschaft irgendwie auf. Doch es blieb beim zweiten Platz nach der Veröffentlichung und den ersten Verkaufsjahren, wobei auch dieser zum Ende der Kompakthistorie leider verloren ging. Zu Unrecht. In den späten 80er und den kompletten 90er Jahre litt Opel an den Fehlentscheidungen, die der damalige Chefeinkäufer "José Ignacio Lopez" bei dem Hersteller Opel entschieden hatte. Der Kostendruck und die fortwährende mindernde Qualität zerstörten das Image "Des Zuverlässigen Opels" und kostete bis heute weit mehr als 15% Marktanteil in Deutschland durch alle Klassen Opels. Und der Opel Astra H gehörte nachweislich zu guten Fahrzeugen, aber es interessierte später wohl leider kaum noch einen Käufer...

Zum Model : Opel Astra H Coupé in Schwarz, Dreitürer, Faceliftmodell, mit bekennendem Opelblitz auf der Motorhaube in Silber. Der Modellname ist auf dem Kennzeichen verewigt worden. Die Chromleiste des Astras wurde noch schön ausgebildet sowie natürlich die Frontleuchten in Silber. Bis auf die fragwürdigen Zubehörfelgen scheint der Opel aber absolut Original zu sein. Das Welly Produkt weist hier ein sehr hohes Niveau aus! Die Konturen sitzen und passen, auch an Scheibenwischer und Rückspiegel hat man als Details gedacht. Die Farbe Schwarz mag ein wenig unglücklich gewählt sein, wobei sie dem Opel zweifelsohne steht. Unglücklicher Weise hat der Opel Astra auch noch ein schwarzes Interieur, so dass der Wagen sehr dunkel wirkt. Die Felgen könnten von Borbet stammen und rufen die ewige Krawalloptik des Ruhrgebietskampfes Opel gegen VW vor dem Tuner D&W auf (eingweihte wissen, wovon ich spreche). Aber ansonsten ist das Modell sehr fein ausgestattet worden. Eine Antenne für die Fahrzuegkommunikation wurde installiert, ebenso dritte Bremsleuchte und die allgemeinen Leuchten farbig in Rot abgesetzt. Die Chromleiste am Heck  ist ebenso ein nettes Gimmick wie der Opelblitz als Markenemblem.

Fazit : Ein tolles Modell auf sehr hohem Niveau für rund 2 bis 3 Euro Kaufpreis. Dafür kann man auch einen Welly kaufen, wenn die Liebe und Sorgfalt im Detail steckt. Als Hommage an den sterbenden Autohersteller Opel / Vauxhall möchte ich dieses Modell hoch halten und unterstützend wirken. Eine Welt ohne Opel macht auch die Modellautolandschaft deutlich ärmer..... Ein schönes Kompaktmodell sollte und darf immer einen Platz in der Vitrine haben, nicht nur für Fans der Marke Opel...



Samstag, 2. März 2013

Big Business : Cadillac Stretch-Limousine, 70er/80er Jahre USA, von Majorette

Da ist wieder so ein Modell, welches man im TV dauernd sieht, im Prinzip jeder einmal haben oder darin fahren möchte, doch kein Modellautohersteller hat den Mut es zu produzieren. Ausser Majorette und hier lag seinerzeit auch der Erfolg des Cadillac. Stars und Sternchen mochten ihn, Richard Gere holte seine Julia Roberts in Pretty Woman am Ende des Films in so einer weißen Limousine ab, Industriekapitäne und Öl-Mogule ließen sich darin transportieren und selbst Politiker in den USA mochten diesen Cadillac. Das Modell basiert auf einem Fleetwood Brougham, hier allerdings als Langversion. Bei Majorette verkaufte sich dieser Caddy übrigens wie geschnitten Brot, was sich natürlich auch auf die Bauzeit und die Vielfalt der Farben auswirkte...

Zum Modell : Cadillac Fleetwood Brougham Stretchlimousine, Weiß mit weißem Interieur. Die Front ist bereits sehr mächtig ausgebildet. Gigantische Metallstoßstangen, ein großer und markanter Kühlergrill, konturierte Scheinwerfereinheiten aus gesondertem, farbigem Plastik. Alle vier Türen des Modells lassen sich öffnen. Während die Details aussen in Form von Rammschutzleisten, Aussenbeleuchtung, Türgriffen und Konturen in einer Vielzahl vohanden sind, ist das Interieur recht schlicht gehalten. Ein Schiebedach ist übrigens auch vorhanden. Am Heck prangt ein Funkempfänger in Form eines Bommerangs für Telefon und TV-Empfang. So waren die 80er Jahre.... heute ist sowas deutlich dezenter. Die Felgen sind Standardfelgen für die größeren Majorettes, stehen dem Cadillac aber glänzend. Das Weiß wirkt recht exklusiv und lässt fast auf Einsatzort in Kalifornien schließen. Stostange, Heckleuchten in Form von Strichen, Kennzeichenhalterung und andere kleine Details erfreuen den Betrachter.

Fazit : Ein tolles, extravagantes Spielzeug um selbst andere Modellautos auf die Plätze zu verweisen. Glanz und Glamour sowie den Hinguckerfaktor 10 gab es damals zum Discountpreis. Wer US-Fahrzeuge liebt, mag auch diesen Cadillac. Für Freunde der Extravaganz ist er ein perfektes Accessoires in der Vitrine á la Hollywood. Gewiss, er braucht viel Platz, aber den hat er auch verdient...


Freitag, 1. März 2013

Kölner Bestseller : Der Ford Fiesta I, Jahrgang 1976, NoName Produkt

Irgendwann steht man vor einem Auto, fängt an in Erinnerungen zu schwelgen und erinnert sich dunkel daran, als Kind sogar darin gesessen zu haben. So geschehen wie bei diesem Modell, einem ganz frühen und somit äussert rarem Ford Fiesta I, ein echter "Kölscher Jung" mit spnanischen Genen. Denn soviel kann ich veraten, der Ursprung dieses Herstellers war Spanien und dieses Modell war ein Mitbringsel aus einem dort verbrachten Urlaub. Ist es tatsächlich schon so lange her? Über 30 Jahre? Wie doch die Zeit vergeht.... Und wie das Original, ist auch dieses Modell nahezu in Vergessenheit geraten.

Zum Modell : Ein Erfolgstyp in Realität, Dreitürer, Silber aussen, schwarze Ausstattung innen. Die Front samt Lampen und Grill gehört hier zur Bodengruppe und ist erstaunlich perfekt detailiert. Selbst der Ford-Schriftzug in der Fordpflaume auf dem Grill ist lesbar. Das Modell an sich ist recht schwer und somit auch recht robust gegen die Jahrzehnte und die Angriffe der Zeit. Die Details sind hier recht üppig, denn dieses Modell besitzt Scheibenwischer und einen Rückspiegel. Auch die Konturen oder sonstige Ausbildungen wie Haubenlüftungsgitter, etc. sind gut gelungen. Die Seitenlinie traf den Geschmack der 70er und ebenso fast die kompletten 80er Jahre. Bei diesem Modell ist hier sogar der umlaufende Scheibenchrom erkennbar. Die Türen lassen sich sogar öffnen! Die Felgen sind schlicht, entsprechen nicht dem Einheitsbrei anderer Firmen und wirken heute sogar recht zeitgeistig. Das Heck ist die Schokoladenseite des Modells. Neben einer schön konturierten Stoßstange kann man erneut den Fordschriftzug erkennen und lesen, ebenso den Modellnamen Fiesta. Und das in dem Maßstab!!! Kennzeichenhalterung, Lampenkonturen, Sicken, Heckklappenschloss und eine Heckscheibenheizung erfreuen das Modellautoherz. Die Frage, die sich hier automatisch stellt, muss heißen, warum diese Firma nicht in Europa erfolgreich wurde? War es nicht gewollt zu expandieren? Hätte es ggf. nicht das Überleben der Firma bis heute gesichert? In dem Detailierungsgrad hätte sie Matchbox und Siku definitv das Fürchten gelehrt! Die Frage an sich ist aber leider nicht zu beantworten.

Fazit : NoName Produkt mit extrem hohem Detailierungsgrad. Der Sympathiewert ist aufgrund des Modells und der Genauigkeit sehr hoch. Die Freude am Detail lässt den Betrachter nicht so schnell vom Modell abwenden. Der Fiesta I ist zudem ein herrlicher Zeitzeuge der 70er und heute zum Kultstatus gereift. Somit ist das Modell nicht nur für Ford-Freunde von Interesse. Wer Kleinwagen oder Kultklassiker mag, kommt an diesem seltenen Ford Fiesta Modell nicht vorbei...


Der Europäer der 80er : Der Volvo 343, um ca. 1980, NoName Produkt

Der Volvo 343 ist ein Exot und Mischling zugleich. Warum? Die Erklärung ist einfach. Der Hersteller ist Schwede, das Fahrzeug wurde in den Niederlanden gebaut, das Design trägt sogar noch einen Hauch von DAF-Genen, und er hatte als Modell 343 einen 1,4 Liter Motor aus Frankreich, hier von Renault. Kurios. Konnte diese Mixtur tatsächlich gut gehen? Man ahnt es schon, natürlich nicht. Dennoch strahlt er eine Sympathie aus, die kaum ein anderer austrahlen kann. Ein sympathischer Verlierer, gemocht von vielen, gekauft und benutzt von wenigen, über die Jahre vergessen von fast allen. Schicksal. Irgendwie kam dieses Modell noch zu Kindeszeiten in meine Hände und ich muss zugeben, als Erstbesitzer nicht gerade pflegeleicht mit dem Modell umgegangen zu sein, was allerdings auch für einen Sympathie für den Volvo spricht. Anhand der Macken und der Kampfspuren könnte man allerdings auch das Gegenteil behaupten. Der volvo in der Opferrolle. Wie auch immer, als das Spielen mit "Modellautos" OUT war, überlebte dieser einsame Volvo in einer Kiste, ehe er nun einen festen und ruhigen Standplatz bekommen hat.

Zum Modell : Volvo 343, Dreitürer (mit Heckklappe), Hellblau mit schwarzer Innenausstattung. Die NoName Marke hat ihre Modelle anscheinend alle gleich gebaut, siehe auch hiezu die Beschreibung des Opel Rekord E. Der Kühlergrill ist aus Plastik mit Chromoptik, die Stoßstangen allerdings hier aus Zinkguss Metall. Die Türen lassen sich in der tat öffnen. Die Qualität ist recht simpel, ebenso die Konturen und die Details. Die Karosse ist relativ weich und weist Verformungen auf. Der Lack ist an vielen Stellen abgeplatzt und legt den grauen Zinkguss frei. Die Seitenlinie macht den Volvo recht sympathisch und weist sogar minimale Details in Form von Tankdeckel und angedeuteten Türgriffen auf. Ein Dreitürer mit einem Hauch von Coupécharakter, aber als Kämpfer in der Golfklasse ein "teurer" Verlierer. Das Heck ist wieder recht simpel, hier sehr schlicht gestaltete Rückleuchten. Der Rest ist fast schon form- und schmucklos.

Fazit : Die Geschichte des Modells und des Mischlings ist hoch interessant. Als Modellauto selber war er wie sein großes Vorbild eher der Ladenhüter, was ihn heute umso interessanter macht, da er selten ist. Wo Porsche und Ferraris in Mengen lauern, steht der Masse ein einzelner Volvo 343 tapfer gegenüber. Er gehört zu den Verbrauchern, zu den Vergessenen, zu den Exoten und anhand der Kampfspuren sogar zu den stillen Helden des längst vergangenen und vergessenen Kinderalltages. Wer solch einen Volvo jemals entdeckt, sollte ihn kaufen, zurückstellen, behüten und pflegen. Ein Hingucker ist er heute in jedem Fall und er ist es Wert gerettet zu werden...