Samstag, 29. August 2026

Hot Wheels erneuert das damalige Dickschiff von Mercedes-Benz in der Luxusklasse und zeigt, wie man dieses Modell unter heutigen Bedingungen bauen kann... : Mercedes-Benz 500 SEL, W140, 1991 bis 1998, Hot Wheels, Fast & Furious, 25 Years, Modelljahrgang 2026

Hersteller : Hot Wheels
Modell : Mercedes-Benz 500 SEL, W140, 1991 bis 1998 
Update : Nein, aber neue Sondermodell in 2026 auf Basis des Modells von 2024 
Rubrik : Fast & Furious, 25 Years, Premium 
Produktionsort : Thailand
Farbe : Silbermetallic
Maßstab: 1/65
zu öffnen : nicht
Maße : ca. 8,0 cm x 3,2 cm x 2,3 cm (l/b/h)
Preis : ca. 10,00 € ( Kaufpreis neu in 2026 )
 
Wenn man die Erstfassung von Hot Wheels aus dem Jahr 2024 zu grunde legt, hat es immerhin in unserem Maßstab fast 32 Jahre gedauret, bis eine zweite S-Klasse dieses Typs auf den Markt gekommen ist. Matchbox baute zunächst ein Standardmodell für die Mainline und später noch ein schönes Sammlermodell, welches besser bedruckt war und eine Gummibereifung als Aussatttung mit auf den Weg bekommen hatte. Siku blieb beim beim Vorgänger W126 und Majorette fokussierte sich auf andere Modelle. Während das Matchboxmodell noch eine gewisse Leichtigkeit versprüht, ist das Hot Wheels Modell optisch ein Klotz geworden. Auch die gummierte Bereifung kostet dem Modell eine gewisse Dynamik, da diese oftmals an der Karosse kratzen. Die Nachberechnung des Maßstabs ergab, dass das Modell trotz einer guten Größe mit einem Punkt kleiner als der Vorgabe 1/64 entwickelt wurde. Das Modell ist in Summe nicht schlecht, aber das alte Matchboxmodell aus den 90er Jahren mit den zu öffnenden Türen ist immer noch der Hit in der Vitrine. Das Hot Wheels Modell hingegen ist ein schönes Spielzeug. 
 
Zu den Details : Flächenscheinwerfer in fotorealsitsischer optik aufgedruckt, orangefarbene Blinker seitlich hochkant stehend, Kühlergrill in Schwarz mit mehreren waagerechten und einer senkrechten Strebe sowie einer Komplettumrandung in Silber, breites Lüftungsgitter in Grau, schwarze Spoilerlippe, Andeutung der Mercedes Plakette auf der Motorhaube, stark getöntes Scheibenglas, Fahrerscheibe zur Hälft heruntergelassen, Außenspiegel außen und innen in Wagenfarbe, Schiebedach im Dach eingestanzt, die Sacco-Planken seitlich sind leider in Wagenfarbe lackiert worden, Türgriffe in Schwarz, grauen Sechsspeichenfelge auf gummierten Slicks, seitliche Schwellerleisten in Schwarz, kleiner Heckspoiler auf der Heckklappe, geriffelte Heckleuchten in Rot und Dunkelrot lackiert, unbedruckte Kennzeichenmulde am Heck, Mercedes Stern in Schwarz, Modellschriftzug "500 SEL" in Schwarz sowie ein schwarzes und schön detailliertes Interieur.    
 
Dieser Übermercedes war seinerzeit zwischen 1991 und 1998 ein Symbol für das "Technisch machbare" bei Mercedes Benz in Stuttgart. Trotz etwa 406.000 gebauten Exemplaren war die S-Klasse nicht der Erfolgswagen, der er hätte sein müssen, denn der zeitgleich gebaute 7er BMW wilderte kräftig in dessen Revier, blieb aber noch mit etwa 100.000 Stück unterhalb der gebauten S-Klassen. Motorentechnisch war der Mercedes nahezu gigantisch mit zwölf Motoren bestückt worden. Es gab vier Sechszylinder, vier Achtzylinder, zwei Zwölfzylinder als auch zwei Diesel. Der Einstieg lag beim Benziner bei 193 PS Leistung und beim Diesel bei nur 150 PS Leistung, wobei der Diesel dann auch schon mit der Masse des Fahrzeuges echt zu kämpfen hatte. Der erste Zwölfzylinder hatte 408 PS und benötigte nur 6 Sekunden, um die tonnenschwere Masse auf 100 Stundenkilometer zu bekommen. Verbrauchstechnisch war er zudem ein Albtraum und kam mit über 20 Liter Verbrauch auch in die Nähe eines Panzerverbrauchs. Die Über-S.Klasse von Mercedes kam äußerlich äußerst wuchtig daher und glich schon fast einem deutschen Panzer. Um dieses Modell auch selber einparken zu können, entwickelte Mercedes Peilstäbe, welche dann elektrisch ausfuhren. Spötterisch wurde anfang der 90er Jahre mehrfach in Fachzeitschriften behauptet, dass diese S-Klasse um den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl herumgebaut wurde. Auch die Geschichte mit dem Sylt-Shuttle Zug von Niebüll nach Westerland, wo angeblich diese S-Klasse beim erstmaligen Auffahren sich in dem Autoreisezug aufgrund der Größe verkeilte, somit nicht auf den Shuttle-Zug passte, hält sich bis heute wehement aufrecht. 
 
Den Kampf um den imposantesten Motor unter der Haube des deutschen Flagschiffes verlor diese S-Klasse gegen die Konkurrenz aus München. BMW baute erstmalig nach dem zweiten Weltkrieg den ersten deutschen Nachkriegs-Zwölfzylinder in den 7er BMW ein und die Ingenieure und Kunden zogen bei Mercedes Benz recht lange Gesichter. Es dauerte über ein Jahr, in dem dann endlich einen vergleichbaren Motor im Mercedes anbieten konnte, doch die ewige Überheblichkeit von Mercedes gegenüber BMW verstummte in jenen Tagen. Auch die 5er Baureihe setzte zeitgleich der E-Klasse zunehmend zu und zeigte auf, dass Mercedes sich in einer Art Dornröschenschlaf befunden haben muss und nicht unbedingt dauerhaft die Nummer 1 in Deutschland bleiben muss. Die Krone des Automobilbaus wurde zumindest erstmalig in jenen Tagen zwischen München und Stuttgart geteilt. Auch um die Abverkäufe des W-140 kursieren so manche Gerüchte, die nicht wirklich verkehrt erscheinen. Während hierzulande keiner diese S-Klasse noch haben wollte, schienen die Russen ganz scharf auf diesen Übermercedes gewesen zu sein und kauften die Restbestände dann vergünstigt auf.  
 











Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen